Sobre este episodio
Anna Marohn und Daniel Sprenger wandern durch Kärntens Süden, probieren Schafskäse, Waldküche und regionale Spezialitäten - und treffen Menschen, die schon nachhaltig lebten, als andere sie dafür noch belächelten. Noch während ihrer Reise erzählen sie Host Philipp Abresch von ihren besonderen Begegnungen, überraschenden Entdeckungen und ziemlich gutem Essen. Was wohl auf den Tisch kam? Die neue Folge von Zwischen Hamburg und Haiti – jetzt reinhören! ------?Podcast-Tipp: 63 Hektar - der Landwirtschafts-Podcasthttps://www.ardsounds.de/sendung/urn:ard:show:96dcc242d59fc633/Das Gailtal in Kärnten ist das, was man gemeinhin als "weit ab vom Schuss" bezeichnet. Bio, Regional und nachhaltig sind zum Markenzeichen des Gailtals geworden. Andere Gleichgesinnte haben in Orten wie Kötschach-Mauthen, Dellach und Hermagor mit Käsereien, Imkereien, Bio-Fleisch und anderen Spezialitäten nachgezogen und die weltweit erste "Slow-Food-Travel-Region" gegründet. Achtsames Genießen steht hier im Mittelpunkt, wie etwa beim Edelgreißler Herwig Ertl. Slow Food ist für ihn "die größte Friedensdemonstration der Welt" und die Rückkehr zu dem, was kulinarische Vielfalt ausmacht: Wenn man sich die Hand des Produzenten vorstellen könne, die das Lebensmittel herstellt, dann sei schon viel gewonnen. Er erklärt bei der Verkostung in seinem Laden, warum ein guter Schafskäse erst offziell ablaufen muss, um den größten Genuss zu bieten. Im benachbarten Lesachtal, noch abgeschiedener als das Gailtal, halten Elisabeth Guist und ihre Familie im Nebenerwerb ein Dutzend Milchkühe. Damit versorgt sie sich und ihre Feriengäste mit frischer Milch und Joghurt. Sie bietet Workshops zu Slow Food an, genauso wie Sigrid Jenul. Auf einer Wanderung durch die Berge und Wälder hat sie stets ihr "Sackerl" dabei. Denn sie ist die Spezialistin der Waldküche und sammelt Zutaten, die sie dann mit den Hotelgästen verarbeitet - darunter Radic di Mont, Maiwipfel und Haselrinde, welche gemörsert und geröstet ihr Brot verfeinert. Auf den zahlreichen Wanderwegen ist man meist völlig allein unterwegs ist, allenfalls vielleicht begleitet von Murmeltieren und Tausenden von Maikäfern. Hotelchefin Marianne Daberer sagt, dass das Label Slow Food schon einen gewissen Drive für die Region gebracht habe, aber: "Wir sind immer noch eine Randregion und werden das immer bleiben."Ein Abstecher nach Italien führt vom Plöckenpass direkt an der Grenze auf den Kleinen Pal, auf dem der bizarre Stellungskrieg zwischen Österreich-Ungarn und Italien zwischen 1915 und 1918 im Freilichtmuseum nachvollzogen werden kann: Schützengräben sind hier erhalten, in den Fels gehauene Unterkünfte und die alten Wege der Soldaten. Mitunter sind die Gräben auch im Mai noch unter einer Schneedecke verborgen - was die Wanderung inklusive einiger Passagen am Sicherungsseil zu einer Tour macht, die herausfordert.